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Für Ideale eintreten. Heinz Fischer über …
… sein Engagement als Maturant.
Ich glaube jeder steht irgendwann vor der Frage wofür er oder sie sich engagieren will. Und das wahrscheinlich immer wieder. Es sind oft auch die Kleinigkeiten die man tut oder unterlässt, die einen Unterschied machen. Oft ist es wichtig sich eben nicht nur bei großem Unrecht zu engagieren, sondern auch im Kleinen.
Natürlich prägen einen große Erlebnisse, das stimmt schon. Wenn man mit gerade einmal 18 Jahren erlebt, wie zigtausende Menschen aus ihrem Heimatland fliehen, bewegt einen das schon enorm. Damals, 1956, als während der ungarischen Revolution unzählige Menschen nach Österreich flohen, hatte ich gerade erst maturiert. Als 18-Jährige taten meine Freunde und ich uns damals zusammen, um gegen die Unterdrückung der Ungarn in ihrem eigenen Land zu protestieren. Das Bild von damals gibt’s heute noch. Gegen etwas aufzustehen ist das eine – und es ist wichtig. Sich für etwas zu engagieren fanden wir aber ebenso wichtig. Darum meldeten wir uns im Flüchtlingslager Traiskirchen, um bei der Betreuung der Flüchtlinge mitzuhelfen.
So wichtig diese Erfahrung für mich aber damals auch war, so wichtig finde ich es diesen Gedanken täglich zu leben. Egal, ob man sich für einen Kollegen oder Mitschüler einsetzt, dem Unrecht geschieht oder sich als Studentenvertreter engagiert.
…über die Angst vor nachteiligen Folgen.
Natürlich besteht immer auch die Möglichkeit, dass ein Engagement für andere nachteilige Folgen für einen selbst hat. Aber wenn es in meinem Fall solche bisher gab, dann waren sie nicht der Rede wert. Denn sie standen in keiner Relation zu dem, was für andere dadurch er reicht wurde. Und das ist doch der Grund, warum man sich engagiert, warum man für etwas eintritt. Das sollte man sich immer bewusst machen, wenn man sich für andere einsetzt.
…über Initiative und Überparteilichkeit.
Ich habe mir von Anfang an vorgenommen das Amt des Bundespräsidenten überparteilich auszuüben. Das schließt nicht aus, dass man sich zu seinen Grundsätzen und Prinzipien bekennt, erfordert aber Entscheidungen auf sachlicher und objektiver Basis zu treffen. Und es freut mich sehr, dass es auch von vielen Angehörigen anderer Parteien und unabhängigen Journalisten dafür Zuspruch und Anerkennung gibt. Doch man soll sich auch nicht nur darauf verlassen, dass die Gesellschaft von einigen Wenigen gestaltet wird. Vielmehr lebt eine Gesellschaft vom aktiven Engagement Vieler. Darum möchte ich jeden Einzelnen dazu ermutigen Initiative zu zeigen und sich für die Werte unserer Gesellschaft zu engagieren. Öfter als wir uns das bewusst sind hat man tagtäglich die Wahl – und damit die Chance – das Richtige zu tun.
…und über seine Ideale und den Wert der Stimme.
Ich habe stets versucht nach den Grundsätzen von Gerechtigkeit, Fairness und Solidarität zu handeln. Und es ist mir wichtig, diese Ideale auch an meine Kinder und ihre Generation weiter zu geben. Daher hat mich immer interessiert was junge Menschen denken. Ich habe ihnen immer gern zugehört und mich auch stets bemüht junge Menschen für Politik zu interessieren. Es ist wichtig und richtig, dass junge Menschen ihre Stimme erheben. Dass sie für das eintreten woran sie glauben und sich in einer Gesellschaft Gehör verschaffen. Es ist wichtig, dass sie mitgestalten wollen.
Es ist wichtig die Stimme, die einem gegeben ist, auch zu nutzen. Und darum mein ganz konkreter Appell: Macht am 25. April von Eurem Wahlrecht Gebrauch! Es ist ein wertvolles Gut. Und gestaltet dieses Land nach euren Vorstellungen! Eine Demokratie braucht einfach aktive Demokraten.






