Mrz
20

Aufgepasst: Bloggerinnen für den Auftakt gesucht!

By Lukas  //  Wir bloggen  //  14 Comments

Die Geschichte mit Wasser predigen und Wein trinken kennen wir alle. Die Kampagne fordert dazu auf für Ideale einzutreten, jetzt ist es an der Zeit dem Wort Taten folgen zu lassen.

Erratum est: Selbst Menschen sind nicht vor Fehlern und Missverständnissen gefeit. So auch ein großes Missverständnis meinerseits: Liebe Bloggerinnen und Blogger aus unserer Blogroll! Danke für eure Vorschläge und Beiträge. Ihr seid herzlichst zum kommenden Auftakt von Heinz Fischer eingeladen. Nichtsdestotrotz darf man nicht vergessen, dass es fast keine Bloggerinnen auf dieser Blogroll gibt. Sie besteht fast ausschließlich aus Männern. Deshalb:

Der news value am Anfang in aller Kürze: Wir haben zehn Extra-Tickets für Bloggerinnen, die Lust und Laune haben auf der Auftaktveranstaltung von Heinz Fischer kommenden Dienstag aus dem Wiener MAK live zu bloggen.

Meldet euch kurz unter kontakt@heifi2010.at und gebt uns eure Telefonnummer bekannt oder schlagt Bloggerinnen vor. Wir melden uns am Montag und klären mit euch die Details!

Was uns dazu bewogen hat, besonders Bloggerinnen einzuladen.

Nicht viele Ideale sind so viel diskutiert und so zäh in der Umsetzung wie die Gleichberechtigung in der Welt. Es ist en vogue dafür zu sein aber offenbar nicht so chic sich aktiv dafür einzusetzen. Was soll man dazu sagen? Für uns ist es Ideal und Handlungsgrundsatz zu gleich. Warum? Das sei hier kurz erläutert:

Gleichberechtigung ist mehr als Quote und gleicher Lohn. Gleichberechtigung ist eine Lebensweise. Findigen unter euch wird schon aufgefallen sein, dass auf heifi2010.at geschlechtssensibel formuliert wird. Die Sprache ist kognitives Ausdrucksmittel für unsere Gedanken und Ideen. Die deutsche Rechtschreibung formuliert aber größenteils im Maskulin. Sie gibt uns de facto nicht einmal die Möglichkeit die Hälfte der Menschen einzubeziehen. Aus diesem Grund stolpern auch viele Menschen über das Binnen-I. Die Gedanken dominieren zwar den Inhalt unserer Sprache, die Sprache aber setzt den Rahmen unserer Gedanken.

Das eine ist die Sprache, das andere der Inhalt. Jetzt reicht ein kurzer Blick wer in unserer Gesellschaft tonangebend ist. Allein in den Medien. Wem fallen auf die Schnelle mehr weibliche Kommentarschreiberinnen ein als Elfriede Hammerl. Gesellschaftskritisch zu handeln heißt auch alle Blickwinkel einzubeziehen. Solange es kein ausgewogenes Verhältnis gibt, werden leider die blinden Flecken der einen Gruppe zu den blinden Flecken der Gesellschaft. Und das ist nicht gut so.

Ich könnte jetzt noch lange über Rollenbilder, Gesprächs- und Verhaltensmuster und strukturelle Diskriminierung schreiben. Aber im Endeffekt haben wir das alles schon gehört. Vielleicht ist es aber an der Zeit das Gehörte zu verinnerlichen.

Vielleicht eines noch zum Schluss: Ja, wir suchen insbesonders weibliche Bloggerinnen und auf das Argument, dass das dann ja gar keine Gleichberechtigung sei, gebe ich euch zwei Gedanken mit auf den Weg.

Schaut euch unsere Blogroll an und ihr werdert schnell merken woran es fehlt und angesichts der Tatsache wieviele Journalisten (!) von der Auftaktveranstaltung berichten werden, können zehn Bloggerinnen neben den anderern nur ein Tropfen auf dem heißen Stein sein.

14 Comments to “Aufgepasst: Bloggerinnen für den Auftakt gesucht!”

  • “Wem fallen auf die Schnelle mehr weibliche Kommentarschreiberinnen ein als Elfriede Hammerl?”

    Anneliese Rohrer, Alexandra Föderl-Schmidt, Corinna Milborn… Das hat mich jetzt ganze zwei Sekunden nachdenken gekostet. ;)

    “Ja, wir suchen nur weibliche Bloggerinnen und auf das Argument, dass das dann ja gar keine Gleichberechtigung sei, gebe ich euch zwei Gedanken mit auf den Weg.”

    Da gibts nichts zu denken. Es ist keine Gleichberechtigung. Was ihr macht nennt sich im Allgemeinen “positive Diskriminierung”.

  • @Tom: Stimmt, war vielleicht ein wenig übertrieben formuliert, aber im Prinzip wirst du mir ja nicht widersprechen, dass weibliche Journalistinnen nicht so oft in Meinungsrubriken vorkommen als ihre männlichen Kollegen.

    Es handelt sich um positive Diskriminierung, die aber auch sehr zielführend auf ein bestimmtes Ideal ist, oder?

    lg

    Lukas

  • @Lukas

    Nein. Denn die Frage bleibt offen: Was soll positive Diskriminierung in diesem Fall bringen? Bloggen kann jede und keine männlichen Strukturen stellen sich da in den Weg. Die Frauen tun es diversen Gründen halt weniger.

    Die männlichen Blogger nicht einzuladen macht das Ungleichgewicht das ausschließlich in älteren JournalistInnenkreisen existiert nicht im Geringsten wett.

    Wollt ihr ein provokantes und mutiges Zeichen gegen einen zu wenig weiblich geprägten Journalismus setzen, das eine öffentliche Diskussion darüber auslösen soll? Dann lasst Blogger unabhängig von ihrem Geschlecht kommen und lasst nur Journalistinnen rein.

    Kurz: Ihr diskriminiert die Falschen – ob mit positivem Hintergedanken oder nicht. Die Blogger die gekommen wären, sind nicht die, die Frauen von der Teilnahme am medial-gesellschaftlichen Diskurs abhalten.

  • Aber ich sehe, die Aktion hat sich eh gerade verändert. ;)

  • Wie gesagt, kleines Missverständnis in der Kommunikation.

    Ich hoffe jetzt ist es allen klar was damit gemeint ist.

    lg,

    lukas

  • Und was soll das bringen?
    Heinz Fischer wird so und so die Wahl gewinnen, da eine gewisse Frau Rosenkranz keinen Startvorteil wie Heifi nutzen kann.
    Ist ganz klar und auch wenn die Krone die Kandidatin unterstützt.
    Am Ende entscheidet noch immer das Kreuz des Wählers.

    Investiert die Millionen des Wahlkampfes lieber in sinnvollere Projekte.
    Bitte. z.B. für die Jugend(lichen) oder ärmere und/oder bedürftige österreichische Familien.
    Das hätte mehr Sinn und würde nicht SEHR wichtiges Steuergeld verprassen.
    Unnötigerweise. Denn wie man in den letzten Jahren gesehen hat, bringt der Bundespräsident nicht mehr allzu viel.
    Beziehungsweise sollte sein Aufgabengebiet ordentlich überdacht und selbstverständlich überarbeitet werden.

  • Ich kann das Drehen und Wenden, dass das Fördern der Sichtbarkeit von Frauen positive Diskriminierung sein soll, echt nicht mehr hören. Gleichstellung haben wir noch lange nicht, wenn wir die mal haben, dann können wir weiter reden. Ca. 2080, wenn überhaupt.

  • @digiom: einfach nur danke.

    @ceea: gerade weil sich viele sicher sind, dass fischer gewinnt, droht eine geringe wahlbeteilung. es ist aber unser interesse, dass so viele leute wie möglich ihre stimme abgeben … ich vergleich das immer ganz gern mit der “weisheit der vielen”.
    und kampagnen haben ja glücklicherweise auch immer insofern einen demokratisierungs- und bildungseffekt, dass a) leute mobilisiert werden zur wahl zu gehen und ihre stimme zu nutzen und b) die politische informationsdichte im vorfeld einer wahl enorm ansteigt und sich im öffentlichen diskurs verankert. als steuerzahlerin finde ich, dass das gut investiertes geld is.

  • Was die leute immer mit dem steuergeld haben…

    Die bundespräsidentschaftswahl fällt nicht unter die wahlkampfkostenrückerstattung. Für die kampagnen kann daher kein euro aus dem steuertopf stammen.. (überspitzt gesagt kommt durch die ausgaben sogar was dazu).

    Falls du dich aber auf doe wahl an sich beziehst, möchte ich eigentlich gar nichts dazu sagen. Nur was ist das für ein zugang? Sparen an der falschesten stelle die man sich vorstellen kann.. Die paar tausend euro die da “verschwendet” werden könnte durch eine sinnvolle steuerreform täglich eingenommen werden anstatt gleich an den fundamenten der republik zu rütteln..

  • ich möchte noch etwas zu den bloggerinnen sagen. ich finde es gut, dass gezielt versucht wird frauen anzusprechen. die männer sind es ohnehin, die sich sobald es die möglichkeit gibt soweit wie möglich in den vordergrund schieben. siehe z.b. die diskussionen auf heifi2010.
    lg

  • http://www.denkwerkstatt.wordpress.com. Mein Blog. Von einer Frau produziert.

  • @digiom

    “Ich kann das Drehen und Wenden, dass das Fördern der Sichtbarkeit von Frauen positive Diskriminierung sein soll, echt nicht mehr hören.”

    Es ist eine Ungleichbehandlung nach Geschlecht mit dem Ziel eine Gleichstellung zu erreichen. Ein Musterbeispiel für das was man positive Diskriminierung nennt. Ich finde das kann man ganz wertfrei feststellen. Was stört dich daran?

  • und wieso sind fast keine “weiblichen bloggerinnen” in der blogroll?
    machen sich die weniger wichtig?
    bloggen die nur kinderkram?
    zu faul zum suchen?
    ;)

  • Na toll!

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